Tagebuch Netdays NRW 2001
Die hier beschriebenen Aktivitäten gehen auf Diskussionen in der gesamten Schulgemeinde zurück, die von November 2000 bis Juni 2001 geführt wurden. Sie endeten mit einem Beschluss der Schulkonferenz vom Juni 2001: Der Einsatz von Laptops soll mit einer Projektgruppe von 27 Schülerinnen und Schülern in Jahrgang 11, beginnend im Herbst 2001, im Unterricht zu erprobt werden.
Diese Schülerinnen und Schüler sind in einer "Stammgruppe" zusammengefasst und haben gemeinsam Unterricht in Deutsch, Englisch, Mathematik und Religion bzw. Philosophie. Die hier tätigen vier Lehrkräfte stellen sich freiwillig der neuen Herausforderung.
Die in den netdays gebündelten Aktivitäten der "heißen Vorbereitungsphase" wären ohne diese Vorarbeiten nicht in diesem kurzen Zeitraum umsetzbar gewesen. An den Arbeiten während der netdays war, neben den 27 Schülerinnen und Schülern und den vier genannten Lehrkräften, folgender Personenkreis beteiligt: Koordinator Medien, Netzwerkadministrator, Leiter der Schülerfirma "WPPC", Haustechniker, Schulleiter, Partner 1 "Firma Compu Shack", Partner 2 "Bundesverband mittelständische Wirtschaft (BVMW)".Montag, 24. September
Eine erste Gruppe beginnt mit der zu Testzwecken vorgesehenen Installation eines Funknetzes zum Betrieb von Laptops in vier Klassenräumen. Zur Anwendung kommen sollen Produkte verschiedener Hersteller, die diese zur Verfügung gestellt haben. Zuvor erfolgt eine Auswertung der Messprotokolle, die darüber Auskunft geben, wie die Reichweiten der unterschiedlichen Access Points sind und wie sie entsprechend im Gebäude verteilt werden müssen, um nicht nur die Unterrichtsräume, sondern auch den Aufenthaltsbereich im Forum und in der Bibliothek mit zu erfassen, damit Laptops auch in Freistunden im Funknetz genutzt werden können.
Eine zweite Gruppe beschreibt die notwendige Konfiguration, die von dem zum Einsatz kommenden Laptop erwartet wird, und wendet sich anschließend an verschiedene Anbieter mit der Bitte, Angebote abzugeben.
Eine dritte Gruppe erstellt eine Liste der erforderlichen Software und prüft vorhandene Lizenzprodukte.Dienstag, 25. September
Die Installation des Funknetzes macht Fortschritte; es ist absehbar, dass erste Tests in zwei Tagen durchgeführt werden können. Gruppe I schlägt vor, um den Test zu optimieren, nicht nur Funkkarten für Laptops einzusetzen, sondern auch Adapterkarten für PCs anzufordern, damit eine größere Zahl von Geräten gleichzeitig ans Netz gehen kann; zum Zeitpunkt der Tests, dies ist absehbar, werden nämlich nur wenige Laptops zur Verfügung stehen. Ein Anbieter erklärt sich bereit, die Adapterkarten innerhalb von 24 Stunden zu liefern.
Die zweite Gruppe hat nach Telefonaten und Email-Verkehr Angebote von 12 Laptop-Händlern und Herstellern eingeholt. Sie bittet nach einer Vorauswahl 4 dieser Anbieter um die Überlassung von Testgeräten.
Gruppe III hat Kontakt mit Microsoft aufgenommen und um eine Verlängerung des soeben ausgelaufenen Partnerschaftsvertrages mit der Schule gebeten; dazu wird eine Projektbeschreibung erstellt. Daneben wird am Problem gearbeitet, wie die Encarta (englischsprachige Version) so zur Verfügung gestellt werden kann, dass sie jederzeit im Englisch-Unterricht einsetzbar ist. Für den Mathematik-Unterricht sollen zusätzliche Programme angeschafft werden, die nach Rücksprache mit dem Schulleiter bestellt werden.
Eine ad-hoc Redaktionsgruppe erstellt einen Kurzbericht für netdays-live, der inzwischen angefordert worden war.Mittwoch, 26. September
Die Installation des Funknetzes wird abgeschlossen. Erste Tests mit zwei vorhandenen Laptops deuten auf verschiedene technische Schwierigkeiten im Serverbereich hin.
Gruppe II arbeitet, da noch keine Muster-Laptops eingetroffen sind, am Entwurf eines Nutzungsvertrages, in dem geregelt werden soll, was die Schule in das Projekt einbringt und wie der Beitrag von Elternhaus und Schule auszusehen hat.
Gruppe III macht darauf aufmerksam, dass es von Vorteil wäre, wenn die Laptops in der Schule einzeln in einem jeweiligen speziellen Schließfach untergebracht werden könnten, das ggf. auch über einen Stromanschluss verfügt. Sie bespricht mit der Schulleitung, wie diese Lösung in Angriff genommen werden könnte. Gleichzeitig wird, im Rahmen der Auswertung von Laptop-Projekten an anderen Schulen in Deutschland, eine Versicherung zur Abgabe eines Angebotes für eine Elektronik-Versicherung gebeten.Donnerstag, 27.September
Das Funknetz steht und zeigt erstaunliche Reichweiten. Im Vergleich steht unter den gegenwärtig möglichen Testbedingungen das preisgünstigere Modell den alternativ angebotenen in nichts nach.
Gruppe II hat die gelieferten Test-Laptops und verschiedene PCs betriebsbereit gemacht und in das Testverfahren eingebunden. Sie erstellt eine vergleichende Angebotsliste der Laptops (Was bekommt man wo für wieviel Geld?) und schlägt ein Produkt vor. Entsprechende Schreiben an die Eltern werden vorbereitet.
Gruppe III hat die Software-Fragen geklärt und mit der Schulleitung und der Bibliotheksleitung vereinbart, dass Schließfächer angeschafft werden können, die den Bedürfnissen Rechnung tragen. Sie sollen in einem langjährigen Abschreibungszeitraum durch Nutzungsgebühren "refinanziert" werden; die Bestellung wird aufgegeben. Der avisierte Liefertermin ist die 41. KW.Freitag, 28. September
Die Ereignisse, die Laptops betreffend, überschlagen sich. Ein neuer Anbieter, der bislang überhaupt noch keine Laptops auf den Markt gebracht hatte, offeriert heute völlig überraschend zu einem "Kampfpreis" von 1.999,- DM ein neues Produkt. Der Schulleiter übernimmt persönlich Verhandlungen noch am selben Tag mit dem Leiter der Bonner Niederlassung der Firma und erhält für 24 Stunden das einzige zur Zeit zur Verfügung stehende Vorführmodell. Es wird in Windeseile in der Schule in das Funknetz eingebunden und ... besteht alle Tests. Die Entscheidung, welche Laptops zum Einsatz kommen sollen, wird in einer Expertengruppe nochmals diskutiert und fällt noch am selben Tag neu. Der Anbieter wird gebeten, 35 der noch nicht vorhandenen Laptops für das Projekt zu reservieren. Gleichzeitig wird vereinbart, dass individuelle Wünsche, z.B, nach größerem Arbeitsspeicher oder größerer Festplatte bei der Konfiguration berücksichtigt werden können.
Im Rückgriff auf die Vorbereitungen zur Durchführung des Projekts werden noch am selben Tag alle am Projekt beteiligten Schülerinnen und Schüler mit ihren Eltern offiziell schriftlich durch die Schulleitung informiert. Sie stellt sich am Wochenende für Rückfragen zur Verfügung, da bereits am Montag die Bestellungen abgegeben werden sollen. Die ebenfalls vorbereitete Möglichkeit zur Ratenfinanzierung und Bezuschussung aus einem von der Schulgemeinde geschaffenen "Laptop-Ausgleichfonds" wird eingeräumt; eine Elektronik-Versicherung gegen Sturz, Raub und Diebstahl für 116,- DM im Jahr kann ebenfalls abgeschlossen werden.Montag, 1. Oktober 2001
Der Laptop-Lieferant erhält die über das Wochenende gefertigte Bestellliste. Mehrere Lehrerinnen und Lehrer und Schülerinnen und Schüler, die nicht am Projekt beteiligt sind, wollen ebenfalls einen der angebotenen Laptops kaufen, um das Funknetz in der Schule nutzen zu können. Eine zweite Bestellliste wird eröffnet.
Nachverhandlungen mit dem Anbieter des Funknetzes ergeben eine weiteren Preisnachlass; die Firma erklärt sich bereit, die Funkkarten nicht für 299,- DM, sondern für 178,- DM (netto) zu liefern, so dass der Preis für die gegen Kaution auszugebende Funk-Karte für die Schülerinnen und Schüler um 100,- DM gesenkt werden kann.
Die übrigen Anbieter für Access Points und Laptops werden über das Ergebnis informiert und erhalten ein Dankesschreiben.
Alle Beteiligten sind zuversichtlich, dass Laptops im Unterricht nach den Herbstferien eingesetzt werden können – wenn möglichst bald, wie versprochen, der Container mit den Laptops in Bonn eingetroffen ist. Das Warten beginnt.Donnerstag, 4. Oktober 2001
Die Laptops sind da. Nach einem vorbereiteten System holen die Schülerinnen und Schüler ihre Geräte ab und bringen sie in die Schule, damit dort ab sofort das Betriebssystem und die Software aufgespielt werden kann; diese Arbeit wird in den Herbstferien fortgesetzt, damit das Projekt nach den Herbstferien beginnen kann.
Montag, 22. Oktober 2001
Da in den Ferien durchgearbeitet wurde, kann das Projekt wie vorgesehen beginnen.
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Stand: 2001-10-24 Hauptseite Aktuelles