Lesung mit Frau Philomena Franz

Uns besuchte die 75jährige Sinti-Frau Philomena Franz in unserer Bibliothek, um eine Autorinnenlesung zu halten. Wir hörten ihr gerne zu, denn ihre Stimme war freundlich und führte einen leichten Akzent mit sich. Wenn man sie beim Reden beobachtete, konnte man erkennen, dass ihr ganzer Körper, aber vor allem ihr dunklen Augen sehr viel Anerkennung und Leben ausstrahlten.

Verblasste Narben in ihrem Gesicht erinnern an die schmerzliche Zeit im Konzentrationslager, doch durch eine nicht zu kleine Nase und zwei große Ohren fallen diese Narben nicht weiter auf. Ihre schwarzen, schulterlangen Haare, die durch einen Haarreifen zurückgesteckt, umschließen ihr faltiges Gesicht. Ihr vollschlanker Körper wird von einem langen blauen Mantel verdeckt, unter dem später ein schwarzes Jacket hervorkam, unter dem sie eine Bluse trug, die ihre in Auschwitz tätowierte Nummer verdeckte.

Sie trägt einen braunen knielangen Rock, eine braune Strumpfhose und ebenfalls braune Absatzschuhe. Sie tritt selbstbewusst und energisch auf und setzt sich für ihr Volk ein.


Stand: 29.08.1997
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