Der Einsatz von Computern im Rahmen der Berufswahlorientierung von behinderten Schülern und Schülerinnen im gemeinsamen Unterricht

Im Rahmen der Berufswahlvorbereitung für die behinderten Schüler und Schülerinnen im gemeinsamen Unterricht (GU) wird ein Konzept verfolgt, das es den behinderten Schülern und Schülerinnen gezielt ermöglicht, sich später auf dem Arbeitsmarkt als sogenannte Büropraktiker zu behaupten. Um die behinderten Schüler und Schülerinnen an die Anforderungen eines Büropraktikers gemäß der Ausbildungsordnung für Büropraktiker nach § 48 BBiG besser vorzubereiten, müssen sie mit dem Medium des PC`s vertraut gemacht werden und mit den verschiedensten Applikationen umgehen können. Damit die behinderten Schüler und Schülerinnen hierzu im Rahmen des gemeinsamen Unterrichts ausreichend Gelegenheit haben, sollen sie sowohl im Wahlpflichtbereich II (Jahrgangsstufen 9/10) als auch im weiteren Unterricht mit den von der Firma Apple für diesen Zweck gespendeten Computern arbeiten können.

Grundlage der Arbeit sind die Aussagen des Schulprogramms und seiner Kurzfassung sowie das im folgenden dargestellte Curriculum.

1. Schritt: Mit dem Computer vertraut werden

Die SchülerInnen sollen in einem ersten Schritt die grundsätzlichen Begriffe kennenlernen und diese am Computer erkennen, bzw. erproben.

2. Schritt: Nonsense-Dokumente erstellen

Die Schülerinnen und Schüler erstellen ein sogenanntes "Nonsense-Dokument", eine wilde Aneinanderreihung von Buchstaben und Zahlen, um grundlegende Funktionen am Beispiel eines Textverarbeitungsprogrammes kennenzulernen. Es kann durchaus auch ein Zeichenprogramm eingesetzt werden. Dabei sollen folgende Fähigkeiten erarbeitet werden.

3. Schritt: Textverarbeitung

Die Schülerinnen und Schüler sollen regelmäßig ein Programm zum Erlernen des 10 - Fingersystems anwenden (Typing Tutor,...). Übungphasen hierzu sollten täglich stattfinden. Folgende grundlegende Fertigkeiten in der Textverarbeitung sollten vermittelt werden:

4. Schritt: Datenbanken

Die Schülerinnen und Schüler sollen grundlegende Kenntnisse über die Erstellung und Anwendung von Datenbanken erhalten.

5. Schritt: Tabellenkalkulation

Als ein weiteres Werkzeug sollen die SchülerInnen befähigt werden, ein Tabellenkalkulationsprogramm anzuwenden (Excel, Claris Works, o.a.). Es soll deutlich werden, daß eine Tabellenkalkulation (spreadsheet) eine Kombination von Textverarbeitung und Datenbank ist. Erkenntnisse aus der Textverarbeitung und Datenbank können hier angewendet und vertieft werden. Besonderheiten der Tabellenkalkulation sind die Fähigkeiteiten, mit Zahlen und Formeln zu arbeiten und diese auch grafisch darzustellen.

Wesentliches Element einer Tabelle sind die Zellen. Diese sind eindeutig definiert durch einen Buchstaben (A,B,....XY, ZZ) und eine Zahl. Jede Zelle kann eindeutig einer Buchstaben-Zahlen-Kombination zugeordnet werden (A 1, K 5, usw.).

6. Schritt: Grafik, Mal- und Zeichenprogramme, Clip Arts...u.a.

Die Schülerinnen und Schüler sollen befähigt werden, Mal- und Zeichendokumente zu erstellen und verschiedene Grafiken importieren können. Weiterhin sollen sie in die Lage versetzt werden aus dem umfangreichen Repertoire an Clip Arts diejenigen auszuwählen, die für ein bestimmtes Dokument nützlich sein können. Mal- und Zeichenprogramme unterscheiden sich durch einige Werkzeuge und Strukturen.

Folgende Werkzeuge sollen angewendet werden:
Auswahlpfeil, Textwerkzeug, Tabellenkalkulationswerkzeug, Malwerkzeug, Geradenwerkzeug, (abgerundetes) Rechteckwerkzeug, Ellipsenwerkzeug, Bogenwerkzeug, Polygonwerkzeug, Freihandwerkzeug, Bezigonwerkzeug, Werkzeug für regelmäßige Polygone, Pipette, Auswahlrechteck, Lasso, Zauberstab, Pinsel, Buntstift, Farbeimer, Sprühdose, Radiergummi, Füllfarbe, Füllmuster, Fülltexttur, Füllverlauf, Linienfarbe, Linienmuster, Linienstärke, Pfeilspitzen, größer/kleiner zoomen, eine erstellte Grafik bearbeiten können - neigen, drehen, perspektivisch verändern können, spiegeln können.

7. Schritt: Desktop Publishing

Durch die Kombination von Textverarbeitung, Tabellenkalkulation, Datenbank und Grafik können Dokumente erstellt werden, die den Ansprüchen des professionellen Desktop Publishing genügen. Die SchülerInnen sind dann zum Beispiel in der Lage, eine Zeitung nach den Maßstäben eines professionellen Zeitungsverlages herzustellen. Dies könnte für unsere Schule bedeuten, daß eine Schülerzeitung vom Entwurf bis hin zur endgültigen Druckfassung erstellt werden kann. Dazu werden folgende Fertigkeiten vorausgesetzt:

8.Schritt: Elektronische Post und Internet

Durch die Verbindung des Computers mittels eines Modems und der Telefonleitung kann elektronische Post empfangen und verschickt werden und der Zugang zum Internet ist durch Installation der entsprechenden Software (Netscape, MS Explorer,...) möglich. Da die Kenntnisse in diesem Bereich in der heutigen Arbeitswelt in vielen Berufsbereichen vorausgesetzt werden, sollen die SchülerInnen schon in der Schule mit diesen Fertigkeiten ausgestattet werden. Die Schülerinnen und Schüler sollen grundlegende Kenntnisse erhalten in den Bereichen:


Stand: 16.11.1998
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