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Kurzfassung des Schulprogramms

Leben und Lernen an der Integrierten Gesamtschule Bonn-Beuel heißt, die unterschiedlichsten Menschen zu integrieren, ihre individuellen Fähigkeiten zu fördern und Leistung zu fordern. Durch Toleranz, verantwortungsvollen Umgang miteinander, soziales Engagement und Freude am Lernen sollen sich selbstständige, teamfähige und konfliktfähige Persönlichkeiten entwickeln können.

Die Schule wird an drei Tagen (Mo, Mi, Do) im Ganztagsbetrieb geführt; 1350 Schülerinnen und Schüler arbeiten und lernen gemeinsam mit 125 Lehrkräften, einer Schulpsychologin, zwei sozialpädagogischen Fachkräften und weiteren Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern in Verwaltung und Mensa. Jährlich melden etwa dreimal so viele Eltern ihre Kinder an, wie Schulplätze vorhanden sind; allein aus dem Stadtbezirk Bonn-Beuel wünschen ca. 50 Prozent aller Eltern den Besuch der Schule für ihr Kind.

Je nach individuellem Lern- und Leistungsvermögen besuchen die Schülerinnen und Schüler ab Klasse 7 unterschiedliche Kurse in Mathematik (ab 7), Englisch (ab 7), Deutsch (ab 9) und Chemie oder Physik (ab 9). Wahlpflichtfächer ab der Klasse 7 und 9 ermöglichen individuelle Schwerpunktbildungen in den Bereichen Fremdsprachen (Französisch, Latein, Spanisch, Russisch), Naturwissenschaften, Arbeitslehre oder in künstlerischen Fächern. Der Unterricht in den übrigen Fächern wird überwiegend im Klassenverband erteilt. In einer Klasse, die in der Sekundarstufe I sechs Jahre von einer Klassenlehrerin und einem Klassenlehrer gemeinsam geleitet wird (Tutoren), arbeiten möglichst wenige Lehrkräfte. So bilden sich in den verschiedenen "Häusern des Lernens" kleine Bezugsgruppen und übersichtliche Strukturen. Ein umfassendes Beratungs- und Förderkonzept sichert die Gestaltung einer individuellen Schüleraufbahn, die mit Hauptschulabschluss, Fachoberschulreife, Fachhochschulreife oder Abitur beendet werden kann.

Die fachspezifische Lernzielen werden durchgängig durch fächerübergreifende Unterrichtsvorhaben, thematisch festgelegte Projekte und Schulfahrten ergänzt. Die Schülerinnen und Schüler lernen, ihr eigenes Lern- und Arbeitsverhalten zu reflektieren und werden mit Methoden selbstständigen Lernens bekannt gemacht. Ziel ist der Erwerb einer umfassenden Kompetenz für lebenslanges Lernen; dazu gehören Teamarbeit, Informationsbeschaffung und -verarbeitung, Kommunikation, Strategien der Prüfungsvorbereitung, Zeitmanagement und Präsentationstechniken.

Zahlreiche Mitglieder des Kollegiums, das als sehr engagiert gilt und sich regelmäßig fortbildet, halten Vorträge auf fachwissenschaftlichen Kongressen und Symposien, publizieren Beiträge in fachwissenschaftlichen Veröffentlichungen, stellen Ergebnisse der Unterrichtsarbeit ins Internet ein oder leiten überregionale Fortbildungsveranstaltungen.

Für das Wirken der Schule ist die Arbeit der Eltern und Erziehungsberechtigten von wesentlicher Bedeutung. Die Eltern bereichern mit ihrer Lebenserfahrung und beruflichen Kompetenz die inhaltliche Entwicklung und beeinflussen durch offene Kommunikation das Klima der Schule positiv. Viele Eltern engagieren sich in der Organisation und Gestaltung der unterrichtsfreien Zeit über Mittag und entlasten dadurch das pädagogische Personal.

Im Sinne einer aktiven Teilnahme an institutionellen Gremien werden die Schülerinnen und Schüler in besonderer Weise an die Mitwirkung im Schulleben herangeführt und leisten eigenständige Beteiligung an den Entscheidungsprozessen. Der SV-Vorstand tagt einmal im Monat gemeinsam mit der Schulleitung, um einen kontinuierlichen Gedankenaustausch zu gewährleisten und stellt ein volljähriges Mitglied in der Personalauswahlkommission, die über die Einstellung von Lehrkräften entscheidet.

Hausmeisterehepaar, Haustechniker und drei Verwaltungskräfte im Sekretariat tragen durch sehr hohes Engagement zum reibungslosen Ablauf des Schulgeschehens bei und sorgen dafür, dass die Vorhaben der Schule im Rahmen von Unterricht, Projekten oder Sonderveranstaltungen möglich gemacht werden können.

Bei ihren zahlreichen Modell- und Projektvorhaben wird die Schule durch eine Reihe von außerschulischen Partnern unterstützt. Dazu gehören Ministerien in Land und Bund, die Europäische Union, Stiftungen, Firmen und Betriebe (z.B. Apple, Degussa AG, Deutscher Herold, GKN Sinter Metals, Hewlett Packard, Microsoft und andere). Als Pilotschule im Modellversuch der Bund-Länder-Kommission zur "Förderung des mathematisch-naturwissenschaftlichen Unterrichts" koordiniert die Gesamtschule Bonn-Beuel die Arbeit der Netzwerkschulen im Bezirk Köln. Sie arbeitet als Leitschule für Gesundheitserziehung in einem Förderprogramm der Robert Bosch Stiftung, ist Mitglied im Netzwerk der "Innovativen Schulen" und eine der 12 deutschen Medienschulen im Projekt der Bertelsmann-Stiftung.

Seit ihrer Errichtung im Jahr 1978 gehört es zum Selbstverständnis der Schule, über ihre Arbeit öffentlich Rechenschaft abzulegen. Viele Instrumente der heute unter anderen Fachbegriffen vermittelten Zielsetzungen von Qualitätsentwicklung, Qualitätsmanagement und Evaluation sind der Schule daher aus langjähriger Übung vertraut. Mit ihren Kommunikationsstrukturen sorgt die Schule für hohe Transparenz, ermöglicht allen Beteiligten eine Mitgestaltung sämtlicher Lern- und Erziehungsprozesse und fördert die Entwicklung einer "Corporate Identity".

Das Schulgebäude wird wegen seiner Attraktivität und der verkehrsgünstigen Lage oft für Lehrerfortbildungsveranstaltungen sowie allgemeine Tagungen und Kongresse genutzt; es ist als "Schule im Wissenschaftspark" in die Strukturplanung der Stadt Bonn einbezogen.

Die Schule antwortet auf die aktuellen Herausforderungen an eine moderne Schule mit der Entwicklung und Fortschreibung eines Schulprogramms, in dem verschiedene Bausteine unter dem Leitbegriff der Integration zusammengefügt sind.

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Gemeinsamer Unterricht

Mit dem seit über 15 Jahren laufenden Modellversuch zur Integration von behinderten und nichtbehinderten Kindern gilt die Schule im Hinblick auf das Erfahrungspotential als bundesweit führend. Zur Zeit werden insgesamt 60 Schülerinnen und Schüler verschiedener Behinderungsarten im gemeinsamen Unterricht der Sekundarstufe I und der gymnasialen Oberstufe mit nichtbehinderten Kindern zielgleich und zieldifferent gefördert und gefordert. Der gemeinsame Unterricht schafft günstige Bedingungen für die positive sozial-emotionale Entwicklung aller Schülerinnen und Schüler und fördert ein Klima der Rücksichtnahme im ganzen Schulhaus.

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Soziales Lernen

Beginnend mit dem Projekt "Soziales Lernen" in der Jahrgangsstufe 5 setzt die Schule auch in weiten Schuljahren besondere Schwerpunkte in diesem Bereich. Der bis zur Jahrgangsstufe 7 in Kleinstgruppen durchgeführte fachunabhängige Ausgleichsuntericht (FUA) dient der individuellen Förderung des Sozialverhaltens. Weitere wichtige Elemente des sozialen Lernens sind zahlreiche auf Teamarbeit ausgelegte Unterrichtsbausteine sowie besondere Projekte zur Mädchen- und Jungenförderung. Darüberhinaus gehört die Pflege demokratischer Kultur im Klassen- und Stufenverband sowie in der Schülervertretung zum Programm der Schule.

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Allgemeine und berufliche Bildung

Die Verbindung von allgemeiner und beruflicher Bildung wird durch praktisches Lernen in verschiedenen Lernfeldern (Arbeitslehre, fächerübergreifende Projekte), Betriebserkundungen (Jg. 8), Betriebspraktika in den Jahrgangsstufen 9 und 12 sowie durch Bewerbungstraining in einer Bewerbungsstation in der Schule verfolgt.

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Junge Menschen in Europa – Lernen für die "Eine Welt"

Das gegenseitige Kennenlernen junger Menschen in Europa geschieht im Zusammenhang mit Schulpartnerschaften in Budapest (HUN), Combs-la-Ville (F), Guadeloupe (F), Oxford (GB), Warschau (PL), Chengdu (CN) und Lima (PE). Regelmäßiger Schüleraustausch, gemeinsame Arbeit im Rahmen von EU-Projekten und Betriebspraktika im Ausland gehören zu dieser Arbeit. Die Patenschaft für eine Schule in Contorno (Petropolis/Brasilien) ergänzt diese Form der Bildungsarbeit.

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Medienerziehung

Als nationaler Preisträger im europäischen Multimedia-Wettbewerb hat die Schule für Deutschland in Dublin 1997 den 3. Preis erreicht; sie beteiligt sich als eine von 12 "Medienschulen" an einem Projekt der Bertelsmann-Stiftung. Die über 150 vernetzten Rechner der Schule sind zum Teil zentral in 4 Räumen untergebracht; daneben befindet sich in jedem Unterrichtsraum mindestens ein Rechner mit Internetanschluss. In einem besonderen Projekt erprobt die Schule den Einsatz von Laptops im Unterricht der gymnasialen Oberstufe.

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Gesundheits- und Umwelterziehung

Aufbauend auf dem in der Jahrgangsstufe 5 erteilten Unterrichtsfach "Gesundheitserziehung" schließen sich zahlreiche Projekte und Unterrichtvorhaben an. Schwerpunkte sind hier die Suchtprävention, der fitnessorientierte Sportunterricht, die Erste-Hilfe-Ausbildung für alle Schülerinnen und Schüler und die Verkehrserziehung. Im Rahmen der Arbeit als GLOBE-Schule werden Umweltuntersuchungen in den Unterricht einbezogen. Die ökologisch orientierte Gestaltung des Schulgeländes mit Schulgarten und mehreren Biotopen bildet einen weiteren Schwerpunkt.

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Kultur-Arbeit

Das Schulleben zeigt zahlreiche prämierte Beispiele für erfolgreiche Arbeit auf diesem Gebiet. Dazu gehören z.B. Theater- und Musicalprojekte ab Klasse 5, das Wahlpflichtfach "Darstellen und Gestalten" in Jg. 9 und Jg. 10 und Literaturkurse in den Jg. 12 und 13. Im Fach Kunst, das in der gymnasialen Oberstufe auch in Leistungskursen unterricht wird, wird besonders handlungsorientiert gearbeitet. Big Band und Chor der Schule tragen mit zahlreichen jährlichen Auftritten in besonderer Weise zum Kulturleben der Schule und des Stadtteils bei.


Stand: 2002-08-21
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