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Budapest

Kempelen Farkas Gimnázium

Bevor die offizielle Städtepartnerschaft zwischen dem XXII. Bezirk von Budapest - Budafok - und dem Stadtbezirk Bonn 1991 feierlich unterzeichnet wurde, besuchte bereits die damalige Klasse 10.6 der Gesamtschule Bonn-Beuel unter Leitung von Gisela Thomé im Juni 1990 erstmals unsere Partnerschule in Budafok. Seitdem bestehen enge Kontakte; freundschaftliche Verbindungen entwickelten sich und bereits viermal (1990, 1994, 1995 und 1998) fuhren Klassen bzw. Gruppen unserer Schule mit dem durchgehenden Zug "Ference Liszt" von Bonn nach Keleti pu in Budapest und von dort zu dem in den Budaer Bergen gelegenen XXII. Bezirk.

Reisegruppe 1990

Sie leben während der Austauschwoche in den Familien der ungarischen Gastschülerinnen und -schüler. Unternehmungsgeist und Mut gehören dazu, sich mit einer fremden Kultur und Umgebung auseinanderzusetzen und zu wissen, dass in den Gastfamilien häufig nur der Austauschpartner deutsch spricht. Die Woche in Budapest hat so manche Freundschaft begründet und der Gegenbesuch aus Budafok wurde immer in Bonn-Beuel mit Spannung und Freude erwartet. Neben der menschlichen Begegnung, neben dem Lernen voneinander und dem Umgang mit dem Fremden stand und steht für unsere ungarischen Partner das Lernen der deutschen Sprache im Vordergrund.

Unsere Austauschschule liegt in dem Stadtbezirk von Budapest, wo Deutsch traditionell eine große Rolle spielt, weil nämlich hier seit dem 17. Jahrhundert die Donauschwaben siedelten und das Leben mitprägten. Während von 1945 bis 1989 Deutsch offiziell gar nicht mehr gesprochen werden durfte, lernen die Budafoker Kinder seit der Wende verstärkt Deutsch in der Schule.

Das Kempelen Farkas ist ein sog. Reformgymnasium, das nach der Wende entstand und an die bürgerlichen Traditionen der Vorkriegszeit anknüpft. Das Gymnasium beginnt - untypisch für die ungarische Schullandschaft - mit der 5. Klasse statt wie üblich mit der 9. Klasse, die sich an die achtjährige Grundschule anschließt. Heute gehen 364 Schüler/innen auf dieses Gymnasium, auf dem Deutsch und Englisch gelehrt wird, wobei Englisch mittlerweile von den Schülern bevorzugt angewählt wird. Die Schüler, die Deutsch in kleinen Gruppen lernen, beherrschen bereits nach 2-3 Jahren in außerordentlich fortgeschrittener Weise die deutsche Sprache. Die Lerngruppen im Kempelen Farkas Gymnasium sind in der Regel viel kleiner sind als bei uns in Bonn-Beuel. So unterrichten insgesamt 46 Lehrer/innen die 364 Schüler/innen unserer Partnerschule.

Wir hoffen, dass im Rahmen unseres Schulprogramm-Schwerpunktes "Integration junger Menschen in Europa" der Austausch mit Ungarn in jedem Fall fortgesetzt wird. Wir haben erlebt, dass dieser Schüleraustausch tiefe und nachhaltige Eindrücke hinterläßt und dass neben allen offiziellen Besuchen, Besichtigungen und Unternehmungen das unmittelbare Zusammenleben in den Familien besonders nachhaltig prägt. Wir alle waren jedes Mal von der herzlichen und überwältigenden Gastfreundschaft beeindruckt.

Budafok liegt für unsere Schüler nicht mehr über 1.000 km weit irgendwo im unbekannten und fernen Osten Europas, sondern ist ein Ort, wo befreundete Menschen leben wie Attila, Nóra und Zsuzsa.

Das Lernziel "interkulturelles Lernen" braucht nicht in einzelne Lernschritte zerlegt und didaktisch aufbereitet zu werden, sondern ergibt sich im direkten Kontakt miteinander.

In einem gemeinsamen Projekt der Robert-Bosch-Stiftung "Junge Wege in Europa" erstellten Schülerinnen und Schüler beider Schulen 1998 und 1999 eine zweisprachige Foto- und Textdokumentation, in der sie die Rolle ihrer Städte und Regionen in Europa vorstellten. Ausgehend von ihren Lieblingsplätzen in der eigenen und der fremden Stadt zeichneten die Jugendlichen so ein Bild ihres Landes, das neben dem traditionellen touristischen Bild steht und so dazu beiträgt, den anderen, aber auch sich selbst (durch dessen Fremdsicht) besser kennenzulernen.

Hedwig Benke & Gisela Thomé

 

Bericht vom Schüleraustausch 1998

Am Sonntag, den 4.5.98, kamen wir gegen 22 Uhr in Budapest an. Es waren schon alle Familien und Lehrer von unserem Austauschprogramm eingetroffen. Zu der Zeit herrschte leichte Nervosität, doch mein Austauschpartner und seine Eltern erkannten mich auf Anhieb und begrüßten mich sehr freundlich. Anschlie&Szlig;end fuhren wir dann zu ihrem sehr schönen Haus. Während der Fahrt dorthin bemerkte ich, wie schön Budapest und Budafor bei Nacht aussehen.

Ich war überrascht, daß meine Austauschfamilie wohl ziemlich reich war. Ich hatte sogar ein eigenes Zimmer für mich alleine. Mir wurde das ganze Haus von oben bis unten gezeigt. Es war nicht gerade klein. Leider konnten meine Austauscheltern kaum ein Wort Deutsch sprechen und mußten sich mit Händen und Füßen oder über meinen Austauschpartner Adam mit mir verständigen. Ich fand das recht lustig. Während dieser aufregenden Woche haben wir sehr viel über die Stadt und die Geschichte von Budapest erfahren, viele Sehenswürdigkeiten besichtigt und gesehen. Nicht nur mir ist aufgefallen, daß alle Austauschschüler super nett zu uns waren.

Ich kann nur jedem diesen Schüleraustausch sehr empfehlen und denke mit Freude daran zurück!!!

Raúl de Rivero

 

Bericht vom Schüleraustausch 2010


Alle zwei Jahre findet der mittlerweile traditionelle Ungarnaustausch statt. Im Vorfeld hatten sich die teilnehmenden Schüler aus der Jahrgangstufe 7 und 8 mit Land und Leuten in Referaten beschäftigt. Als wir am 26.Mai 2010 gegen 21Uhr auf dem Budapester Flughafen landeten, wurden wir sehr freundlich von den Gastfamilien und den ungarischen Kollegen begrüßt. 

Reisegruppe 2010

Am nächsten Tag lernten wir unsere Partnerschule – das Kempelen Farkas Gimnázium – genauer kennen. Die sympathischen Kollegen und die aufgeschlossenen ungarischen Schüler machten es unserer Gruppe leicht, sich vom ersten Tag an wohl zu fühlen. So kamen Berührungsängste gar nicht erst auf und es entwickelte sich sehr schnell eine freundschaftliche Atmosphäre zwischen den Schülerinnen und Schülern. Die ungarischen Kollegen hatten für uns ein tolles Besichtigungsprogramm zusammengestellt, so dass die nächsten Tage wie im Flug vergangen sind und wir eindrucksvolle Einblicke in die ungarische Lebensweise gewinnen konnten. Einen Riesendank gilt den engagierten ungarischen Gasteltern und Kollegen, die diese Reise für unsere Schüler zu einem unvergesslichen Erlebnis gemacht haben. Wir freuen uns jetzt schon darauf, uns im September beim Gegenbesuch in Bonn für die tolle Gastfreundschaft revanchieren zu dürfen.

Astrid Sturmberg (Lehrerin IGS) 

                                                            
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                                    aktualisiert 2010-6-28