Die Schüler kommen alle aus dem umliegenden Stadtteil. Im Vergleich zu den anderen Gymnasien der fast 2-Millionen Metropole Weißrusslands belegt das Gymnasium
Nr. 13 den 4. Platz, gehört also zu den besten Schulen der Stadt. Etwa 97 Prozent der Schülerinnen und Schüler studieren anschließend auf einer Hochschule des
Landes. Da sich viel mehr Schüler anmelden als Plätze zur Verfügung stehen, gibt es eine strenge Aufnahmeprüfung, bei der nur die Besten angenommen werden.
Zur Zeit besuchen etwa 850 Schüler die Klassen 5 - 11; seit 2 Jahren gibt es nur noch 3 Parallelklassen statt wie früher 7, so dass man in Zukunft nicht mehr in 2
Schichten (8-13.30h und 13.30 - 19h) unterrichten muss, sondern vormittags für alle Klassen genug Räume zur Verfügung stehen. Es gibt eine Mensa, in der die
Schüler jeweils ein warmes Frühstück nach der 3. Stunde und ein Mittagessen einnehmen, bzw. für die 2. „Schicht“ ein Mittagessen und einen Imbiss am
Nachmittag. Das Essen wird in der Küche selbst gekocht, die Köchinnen werden von der Stadt bezahlt, und die Schüler, bis auf einige sozial schwache, zahlen
monatlich einen relativ geringen Preis. Es gibt offiziell eine Schuluniform: dunkelgrüne Jacke, schwarze Hose oder Rock, aber längst nicht alle Schüler tragen diese.
Man sieht jedoch etliche Jungen im Anzug, sogar mit Krawatte, in der Schule. Die Mädchen sind oft recht modisch und elegant gekleidet.
Die Schüler lernen alle ab der 5. Klasse Englisch und Weißrussisch, für die Aufnahme in den ökonomischen Zweig ist sogar Englisch ab der 1. Klasse erforderlich,
Deutsch kann man in der 7. Klasse wählen. Am Ende der 9. Klasse gibt es eine landesweite Prüfung in Russisch, Weißrussisch (Diktat) und in Mathematik; danach
kann man auf eine Art Berufsschule gehen, was aber hier die wenigsten Schüler tun. Und am Ende der 11. Klasse werden die Schüler in 4 Fächern geprüft - außer
Russisch können sie sich die Fächer aussuchen. Diese Abschlussprüfung ist gleichzeitig die Aufnahmeprüfung für die Hochschule.
Die erste Besuchergruppe der Integrierten Gesamtschule Bonn-Beuel besuchte im Mai 2004 die Partnerschule. Zum Programm gehörten eine Stadtführung, Besuche
in Jugendclubs, Unterrichtsbesuche, Tagesausflug zu einer Glasbläserei, Bowlingspiel und Ballettabend. Die Verständigung auf Englisch und Deutsch klappte gut, und
nach einigen Tagen konnten auch alle Schüler einige russische Wörter lesen und sprechen.
Das gute Wetter während des Aufenthalts trug zum positiven Eindruck bei, den wir von Land und Leuten gewonnen haben, am meisten aber waren die deutschen
Gäste beeindruckt von der wirklich sprichwörtlich zu nennenden weißrussischen Gastfreundschaft.
|