Pflege des Brauchtums

Im Rahmen der Brauchtumspflege werden in Beuel zwei besondere "Ehrenämter" vergeben. Frauen können "Wäscheprinzessin" werden, was ungefähr gleichbedeutend mit einem "Prinz Karneval" ist. Dies hat historische Tradition, da im 19. Jahrhundert zahlreiche Beuelerinnen am Rheinufer ihr Auskommen als Bleicherinnen fanden. Mit der Gründung großer Wäschereien (Wäscherei Thiebes) wurden sie zu Wäscherinnen und forderten einen freien Tag, um auch zu feiern - die Weiberfastnacht. Heute geht an Karnevalstagen, anders als im übrigen Rheinland, die Schlüsselgewalt für das Rathaus in Beuel an die Wäscheprinzessin und ihr Gefolge über. Die Erstürmung des Rathauses erfolgt jeweils an Weiberfastnacht um 11:11 Uhr.

Besonders ehrenvoll für einen Mann in Beuel ist es, das Ehrenamt des Sankt Martin zu übernehmen. In Gedenken an den ältesten Heiligen der Katholischen Kirche, St. Martin, zieht Sankt Martin mit seinem Gefolge jedes Jahr im November durch alle Schulen, Kindergärten und zahlreiche andere Einrichtungen und erinnert an das Gebot des Teilens. Mit Fackelzügen wird an diese Tradition erinnert; der große Martinszug in Beuel, an dem stets mehrere tausend Kinder und Erwachsenen teilnehmen, endet traditionsgemäß im Beueler Stadion, wo die überlieferte Szene der "Mantelteilung" nachgespielt wird, bevor die Kinder im ganzen Stadtteil zum "Schnörzen" ausschwärmen und vor den Häusern singen, um Süßigkeiten oder andere Gaben zu erhalten.


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Stand: 15.01.1998
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