Die Wasserburg Lede

Der Zugang zur Burg führt von der Landstraße durch ein Portal aus Trachyt aus der Zeit um 1200, das im vorigen Jahrhundert aus dem nahegelegenen Heisterbach im Siebengebirge hierher versetzt wurde. Über die alte, einen Wassergraben überspannende, Brücke und den Innenhof gelangt man in eine geräumige Diele, von der alle Räume des Ergeschosses und das Treppenhaus zugänglich sind.

Die Burg entstand aus einem bereits im 12. Jahrhundert erwähnten Burghaus und wurde 1360 auf Veranlassung des Ritters und Schöffen Johann Schillinck als gotische Burganlage erweitert.

Der erste Besitzer, Johann Schillinck, wurde vom Kölner Kurfürst und Erzbischof Wilhelm von Gennep zum Friedensrichter ernannt. 1361 verzichtete Schillinck auf das ihm zustehende Weindeputat aus Ahrweiler zugunsten einer Rente und konnte so den Unterhalt der Burg sichern. Im 15. Jahrhundert wird die Familie Statz von dem Bongart urkundlich als Besitzer der Burg ausgewiesen. Im Jahr 1512 erscheint die Familie von Blanckart zu ersten Mal im Besitz der Vilicher Burg. 1761 erwarb das Vilicher Stift die Anlage, dann fiel sie 1802, nach der Aufhebung des Stifts, an den preußischen Staat, der sie 1820 an den Kölner Bankier Herstatt veräußerte.

Nach verschiedenen Besitzerwechseln gelangte die Burg 1869 zur Familie de Claer, wie die "Bonner Zeitung" am 17.4.1870 berichtet. Eberhard von Claer, der sich um die Erforschung der rheinischen Geschichte verdient gemacht hat, verstarb 1899 auf der Burg. Sie wurde an den Direktor der Dillinger Hüttenwerke, Otto Weinlig, verkauft, der dort mit seiner Familie wohnte und sie stilgerecht wiederaufbauen ließ. 1930 verkaufte Weinlig die Burg an die Gräfin Berghe von Trips. Nach dem II. Weltkrieg diente Burg Lede den Engländern als Kommandoquartier für den Befehlshaber und späteren englischen Außenminister Lord Carrington.

Heute erstrahlt die Burg nach einer Komplettrenovierung in frischem Glanz und beherbergt einen speziellen Gastronomie-Service. Die Eigentümer, Frhr. und Frfr. v. Loe, übernahmen 1987 von Großonkel Berghe von Trips das Erbe und leiteten umfangreiche Restaurierungsarbeiten ein. Sie richten in der Burg Feste und Feiern (z.B. Hochzeiten) für bis zu 100 Personen aus. In Zusammenarbeit mit einer Konzertagentur finden dort auch Konzerte statt.

Burg Lede
53225 Bonn
Tel. 0228 468171
Fax 0228 465025


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Stand: 15.01.1998
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