Degussa-Marquart

1846 begann der Apotheker Ludwig Marquart mit der Herstellung von chemischen Erzeugnissen in Bonn. Die Fabrik lag zunächst auf freiem Feld in Bonn, war aber schon wenige Jahre später von dichter Wohnbebauung umgeben. Deshalb wurde die Produktion 1891 in das Industrieviertel der Gemeinde Vilich, zu der Beuel als Ortsteil gehörte, verlegt.

Nach dem Ersten Weltkrieg wurde die Produktion umgestellt. Bis dahin hatten organische Produkte im Vordergrund gestanden; nun begann man mit der Herstellung anorganischer Substanzen. Es wurden z.B. Verbindungen der Elemente Arsen, Wismut, Cadmium, Zink, Blei, Lithium, Kupfer, Thallium, Nickel und Kobalt hergestellt. Rohstoffe für diese Produktion waren häufig Reststoffe aus anderen Fabrikationen (neuhochdeutsch: "Recycling").

1936 wurde das Werk vom Degussa-Konzern gekauft. Bis 1979 wurde es als Tochtergesellschaft unter dem alten Namen weitergeführt; dann erfolgte die Einordnung in die Degussa AG, so dass der Standort jetzt den Namen "Degussa - Betrieb Marquart" trägt. Heute werden dort Mattierungsmittel unter dem Namen "ACEMATT" hergestellt. Das sind Substanzen, die Farben und Lacken zugesetzt werden, um eine nicht spiegelnde und nicht glänzende Oberfläche zu erhalten. Diese Mattierungsmittel enthalten als Hauptbestandteil Kieselsäure.

Homepage www.degussa.com
Degussa AG - Betrieb Marquart
Siegburger Straße 7, 53229 Bonn
Tel. 0228 4002-0
Fax 0228 469432

Historie der Chemischen Fabrik Dr. L. C. Marquart

Dr. Ludwig Clamor Marquart

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1846

Gründung der Firma Dr. L. C. MARQUART OHG in Bonn im "Bonner Thal" durch den "Apotheker 1. Klasse", Dr. Ludwig Clamor MARQUART.
Bau eines chemischen Laboratoriums, Beginn der Produktion mit einem Lehrling

1847

Erstmalige Herstellung von Chloroform für Narkosezwecke, Produktion von Schwefelkohlenstoff, Brom, Milch- und Buttersäure.

1851

Produktionsprogramm umfasst nun 105 verschiedene Produkte. Kundenkreis: 78 Firmen und 197 Apotheken. Die Mitarbeiterzahl ist auf 19 gestiegen.

1891

Übersiedlung der Firma auf die rechte Rheinseite nach Beuel in die Gebäude der "Augusten-Hütte" (Ölschiefer-Werk).

1918

Übernahme der Firma Dr. L. C. MARQUART OHG durch die Firma Meno Lissauer aus Köln. Aufgabe der Reagenzien-Herstellung. Beginn der Aufarbeitung von Rückständen, Erzen und Metallen zu Metallsalzen (heute nennt man das Wertstoff-Recycling).

1936

Übernahme der Firma Dr. L. C. MARQUART durch die Fankfurter Firma "Deutsche Gold- und Silber-Scheideanstalt, vormals Roessler" (DEGUSSA).

1945

Mehr als 60 % kriegsbedingte Zerstörung der Produktionsanlagen erzwingen eine fünfmonatige Pause.

1946

Beginn der Produktion von Kalkarsenat (Spritzmittel gegen Kartoffelkäfer).

1947

Erste Planung zur Errichtung einer CALSIL-Anlage (Calciumsilikat), welches als Füllstoff in der Gummiindustrie eingesetzt wird.

1950

Errichtung der ersten Cadmiumelektrolyse Deutschlands. Beginn der Wismutraffinerie.

1961

Umwandlung der Firma Dr. L. C. MARQUART AG in eine GmbH. Die Produktion umfasst neben der Herstellung von CALSIL und DUROSIL (Gummi-Füllstoffe) auch die Produktion von anorganischen Salzen der Elemente Arsen, Wismut, Cadmium, Zink, Blei, Lithium, Thallium, Nickel, Kobalt, Kupfer, Selen, Strontium und Barium, sowie von hochreinem Cadmiummetall und Cadmiumpigmenten. Das Werk beschäftigt 450 Mitarbeiter.

1963

Beginn der Mattierungsmittelproduktion in der CALSIL-Produktionsanlage.

1972

Neubau der Mattierungsmittel-Produktionsanlage und der Werkskläranlage.

1979

Umwandlung der Firma Dr. L. C. MARQUART GmbH in das "DEGUSSA-Werk MARQUART.

1982

Kapazitätsverdoppelung der Mattierungsmittelproduktion und sukzessive Stilllegung diverser Produktionen von Schwermetallverbindungen.

1992

Produktionsprogramm: Mattierungsmittel, Strontium-, Barium- und Selenverbindungen, Cadmiumpigmente und Kupfer-I-Cyanid.

1998

Stilllegung der Cadmiumpigmentproduktion und der Herstellung von Anorganischen Salzen. Eingliederung des Werkes MARQUART in das Werk Wesseling.

1999

Inbetriebnahme der neuen "ACEMATT OK 520 Mahlanlage". Beginn der Abriss- und Sanierungsarbeiten der stillgelegten Produktionsanlagen.

2000

Bau einer neuen Mattierungsmittel-Fällanlage und eines Turbinentrockners, gleichzeitig Errichtung einer neuen Infrastruktur. Die Produktionskapazität steigert sich dadurch um 50%.

2001

Inbetriebnahme der neuen Anlage und der gesamten Infrastruktur.
2002 Abschluss aller Sanierungsarbeiten. Errichtung eines neuen Lagers für Wachsrohstoffe.



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Stand: 2003-01-20
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