Schule im Wissenschaftspark
Anforderungen der Stadtentwicklung an die Schulentwicklung
Die Gesamtschule Bonn-Beuel ist einbezogen in die Planungen zur Strukturförderung der Stadt Bonn. Der Bebauungsplan Nr. 8024-14 sieht die Ansiedlung eines 70.000 qm großen "Wissenschaftsparks" im Umfeld der Schule vor. Die Baufelder werden für die Ansiedlung von forschungs- und wissenschaftsorientierten Dienstleistungsbetrieben im Bereich neuer Technologien geplant, was die Schaffung von 1.500 bis 2.000 Arbeitsplätzen an diesem Standort ermöglicht. Für die Gesamtschule stellen sich damit neben den Fragen, die sich eine moderne Schule im Hinblick auf Medienerziehung stellen muß, weitere Gesichtspunkte für die Entwicklung ihres Schulprogramms, das durch den Leitbegriff der "Integration" geprägt ist.
![]()
Integrationsbaustein 1
Mit der seit 13 Jahren laufenden Durchführung des Modellversuchs "Integration von behinderten und nichtbehinderten Kindern" verfügt die Schule über das größte Erfahrungspotential aller Schulen in Nordrhein-Westfalen auf diesem Gebiet. Schülerinnen und Schüler verschiedener Behinderungsarten werden im gemeinsamen Unterricht der Sekundarstufe I und der gymnasialen Oberstufe mit nichtbehinderten Kindern zielgleich und zieldifferent gefördert Das bisher vorliegende Teil-Konzept zur Berufsorientierung der behinderten Schülerinnen und Schüler ist weiterzuentwickeln Dabei kommt der Einbeziehung von Computer- und Kommunikationstechnik für Seh-/Sprach- und Körperbehinderte besondere Bedueutung bei, da neue Anforderungskataloge zu erstellen sind.
![]()
Integrationsbaustein 2
Mit verschiedenen Konzepten zur Integration neuer Technolgien in die Bildungs- und Erziehungsarbeit hat die Schule insbesondere im Bereich der "Internet-Projekte" wichtige Arbeit geleistet. Als nationaler Preisträger im europäischen Multimedia-Wettbewerb hat sie 1996 Deutschland auf internationaler Ebene vertreten und in Dublin den 3. Preis erreicht.
![]()
Integrationsbaustein 3
Die Integration junger Menschen in Europa geschieht im Zusammenhang mit Schulpartnerschaften in Budapest (Ungarn), Combs La Ville (Frankreich), Guadeloupe (Frankreich), Oxford (Großbritannien), Warschau (Polen) und Potsdam (Brandenburg). Regelmäßiger Schüleraustausch, gemeinsame Arbeit im Rahmen von EU-Projekten (Comenius) und Betriebspraktika im Ausland gehören zu dieser Arbeit. Die Patenschaft der Schule für eine Schule in Contorno (Petrópolis/Brasilien) mit mehreren Projekten ergänzt diese Form der Bildungsarbeit. Als "Koordinationsschule" im Rahmen des EU-Programms Sokrates arbeitet die Schule am Aufbau eines Systems, in dem Internet und E-Mail kontinuierlich und systematisch in die Zusammenarbeit der Schulen einbezogen werden. Mit der internationalen Preisträgerschaft beim europäischen Multimedia-Wettbewerb hat die Schule gezeigt, dass ihre Arbeiten modellhaft sein können.
![]()
Integrationsbaustein 4
Der Gedanke der Integration allgemeiner und beruflicher Bildung wird durch praktisches Lernen in verschiedenen Lernfeldern (Arbeitslehre, fächerübergreifende Projekte), Betriebserkundungen, Betriebspraktika in den Jahrgangsstufen 9 und 12 sowie durch Bewerbungstraining verfolgt. Dazu liegen feste Kooperationsvereinbarungen und Verträge mit Partnereinrichtungen vor. Das bisher vorliegende Konzept der Berufsorientierung und der Einbeziehung von praktischem Lernen muß erweitert werden. Im Zuge der vertraglich geregelten Zusammenarbeit der Schule mit Betrieben, der Anbahnung von Zusammenarbeit mit neuen Einrichtungen im Wissenschaftspark, der Zusammenarbet mit der IHK und der Initiative TeleBonn sowie einer anzustrebenden Kooperation mit der benachbarten Fachhochschule Bonn-Rhein-Sieg ergeben sich wichtige Entwicklungsvorhaben. So wird die Schule ein Konzept entwickeln, an welchen Stellen der Bildungsarbeit in der gymnasialen Oberstufe (berufs)praktische oder berufsrelevante Inhalte der neuen IuK-Berufe so integriert werden können, dass sowohl der gymnasiale Bildungsauftrag umgesetzt wie auch die Vermittlung von beruflich qualifizierenden Inhalten integriert werden kann.
Einrichtung eines Lern- und Kommunikationszentrums
Bei der Entwicklung der Lerngegenstände und der Nutzung von Lernanlässen wird eine besondere Rolle spielen, dass neue Medien auch im Zusammenhang von "Freiarbeit" und "selbständigem Lernen" eine Rolle spielen. Insofern kommt auch die Einrichtung eines Selbstlernzentrums in Frage. Das Haus des Lernens der Gesamtschule Bonn-Beuel beherbergt auch die Stadtteilbibliothek, mit der eine vorzügliche Kooperation besteht. So wird ein von der Schule zur Nutzung in der Bibliothek zur Verfügung gestellter Multimedia-Rechner von Schülerinnen und Schülern betreut; die geben auch Bewohnern des Stadtteils die Möglichkeit, dort einen "Internet-Führerschein" zu erwerben. Die Bibliothek, ausgestattet mit ausreichender Fläche, bietet die Möglichkeit, ein multimediales Selbstlernzentrum für Schülerinnen und Schüler der gymnasialen Oberstufe aufzunehmen. Die Investition in ein Zeitbudget für dieses Entwicklungsvorhaben könnte sich nicht nur unter dem Gesichtspunkt der Förderung von selbsttätigem Lenen als sinnvoll erweisen, sondern auch Erkenntnisse für die zukünftige Bemessung von Lehrerwochenstunden in der gymnasialen Oberstufe ergeben.
![]()
Mit den Planungen zum Wissenschaftspark und zur Errichtung einer neuen Grundschule sowie dem Neubau eines Kindergartens ergeben sich für die Schule attraktive Anreize.
Interessant für mögliche Investoren, sich im Wissenschaftspark niederzulassen, könnte die Bereitstellung eines multifunktionalen Kommunikationszentrums in der Schule sein. Ausgestattet mit digitaliserten Video-Konferenzsystemen, würden Besprechungsräume und ein kleiner Konferenzsaal des Kommunikatonszentrums den im Wissenschaftspark angesiedelten Firmen und Einrichtungen zur Verfügung gestellt werden können. Bei gleichzeitiger Nutzungsmöglichkeit für die Schule und für eine mögliche Außenstelle der VHS Bonn (Werbegebiet Sankt Augustin) ergäbe sich eine Mehrfach-Nutzungsmöglichkeit.
Der Bau des Schulgebäudes war ursprünglich ausgelegt auf drei "Häuser" (so die Architekten schon 1980). Haus III wurde nicht fertiggestellt; allerdings wurden sämtliche Voraussetzungen geschaffen (Erschließung, Energieversorgung, Treppenhaus), um Haus III nachträglich errichten zu können. Vergleichsweise kostengünstig könnte daher mit seiner Errichtung ein Raumangebot geschaffen werden, das vom Eigentümer verschiedenen Nutzungsmöglichkeiten zugeführt werden könnte, wie sie weiter oben bereits erwähnt wurden; ggf. zeitlich befristete Bereitstellung von Räumen für eine weitere Klasse der Gesamtschule pro Jahrgang.
![]()
![]()
![]()
Stand: 04.09.1998 Hauptseite Aktuelles